Reihe LICHT IM WALD 2024-2025

Schlierbacher Wald 1, Acryl auf Leinwand 70 x 50 cm, 2024

Steine am Mausbach, Acryl auf Leinwand 70 x 50 cm, 2024

Schlierbacher Wald 2, Acryl auf Leinwand 70 x 50 cm, 2024

Drei Fenster, Acryl auf Karton 60 x 42 cm, 2023 (verkauft)

Joy mit Baum, Gouache auf Papier 29,7 x 21 cm, 2024

Odenwald 1, Acryl auf Leinwand 50 x 70 cm, 2025

Odenwald 2, Acryl auf Leinwand 120 x 100 cm, 2025
ARTIST STATEMENT zu der Reihe LICHT IM WALD
(c) Anna Donska
Der Wald als Leben und Metapher
In letzter Zeit, seit ich mich entschieden habe, den Wald zu malen, hat sich mein Wald in die Bilder verlagert, und der reale Wald hat sich gewissermaßen von mir entfernt. Aber ich denke, das ist einfach eine Beziehung zum Wald, die sich verändert – wie bei Menschen gibt es Phasen der Annäherung und der Distanzierung.
Aber der Wald ist immer da. Jetzt, nach dem Regen, ist er besonders üppig und mächtig; er wartet auf uns wie Gott, der immer vor unserer Tür steht. Wenn ich mit der Stimme des Waldes sprechen würde, würde ich sagen:
„Ich bin das Leben. Wenn ich genug Wasser habe, lasse ich alles keimen, was in mich gelangt, ohne in Gut und Schlecht zu unterscheiden. Dann ziehe ich Leben auf. Wenn es wenig Wasser gibt, muss ich mich zurückziehen, in den Überlebensmodus schalten, und ich verliere einige meiner Bewohner – Bäume und andere Pflanzen, denen das Wasser gefehlt hat. Aber ich lebe weiter, überstehe die Dürre wie eine Krankheit und erwache im nächsten Jahr zu neuem Leben. Wie ich bin? Sehr unterschiedlich. Vielgesichtig.
In meinem Haus gibt es viele Wohnungen, viele grüne Zimmer.“
Kubistische Formen als Akupunktur für die Sinne
Was bringt die kubistische Darstellung des Waldes mit ihren scharfen Linien und Formen? Sie überträgt mein Gefühl von Leben und Dynamik, das aus dem Wald ins Atelier fließt. Diese scharfen Formen aktivieren wie Akupunktur die lebenswichtigen Punkte unseres Körpers – meines Körpers und des Körpers des Betrachters. Das steht ein wenig im Widerspruch zum Gefühl des Waldes als Zufluchtsort, als etwas Weiches, Umhüllendes, Schützendes. Dafür bräuchte es weiche, fluffige, impressionistische Pinselstriche. Doch vermutlich ist mir das Gefühl von Leben und Licht im Wald derzeit wichtiger als Schutz. Früher hat mir der Wald geholfen, das zu ertragen, was ist – genauer gesagt, was war: Was mich nicht zufriedengestellt, was mich gequält oder beunruhigt hat, wurde im Wald unwichtig. Der Wald hat mir den Schmerz genommen und alles auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Aber jetzt ist der Wald für mich zu „Material“, zum „Thema“, zum „Motiv“ geworden. Ich genieße ihn und fotografiere ihn gleichzeitig, um dieses Genießen auf den Fotos mitzunehmen und es später in Bilder zu verwandeln.
Vom Zufluchtsort zum kreativen Flow
Die Bilder schenken ein anderes Genießen – es ist der Prozess, den Wald auf der Leinwand neu zu erschaffen, jedoch einen anderen: in Farbe und Form. Statt in den Wald zu gehen, gehe ich ins Atelier. Hier ist mein eigener „Wald“. Wie bei Mariam Petrosjan, bei der „Wald“ nur ein Wort ist, das eine völlig andere Bedeutung hat (drogeninduzierter Rausch, ein Ort von Trips, vielleicht Freiheit… aber kein „Wald“ im herkömmlichen Sinne des Wortes).
Vielleicht ist der „Wald“ für mich der Ort meines künstlerischen Flows, ein Ort des Experimentierens mit Farbe und Form und – ja – auch Freiheit. Das ist der Wald.